Für kleine Notizen im Alltag war Papier viel zu kostbar. Dafür benutzte man feuchten Lehm oder Ton. Mit einem Stecklein konnten Buchstaben in die Tontafel geritzt werden. Wenn der Lehm trocknete, konnte die Schrift auf den Tafeln nicht mehr verwischen.
Elisabeth und Zacharias haben viele Gäste eingeladen. Vor einer Woche haben sie einen Sohn
bekommen. Heute soll er beschnitten werden. Elisabeth begrüsst die Gäste fröhlich.
Zacharias lächelt stumm. Seit es ihm vor ein paar Monaten die Sprache verschlagen hat, kann er nichts mehr sagen. Es ist, als wäre seine Zunge im Mund angeklebt. Aber seine Augen leuchten.
Jetzt wollen die Gäste das Kind sehen: «Wo ist denn der kleine Zacharias?», fragen sie. Aber Elisabeth schüttelt den Kopf: «Er heisst nicht Zacharias, er heisst Johannes!» Die Gäste schauen erstaunt und protestieren: «Das kann doch nicht sein, der Sohn muss doch Zacharias heissen, wie der Vater!».
Aber auch Zacharias schüttelt energisch den Kopf. Er holt ein Tontäfelchen und schreibt darauf: SEIN NAME IST JOHANNES! Kaum hat Zacharias den letzten Buchstaben in den feuchten Ton geschrieben, merkt er, dass seine Zunge sich löst. Er öffnet den Mund. Und tatsächlich, er kann wieder sprechen! «Elisabeth und ich haben einen Sohn bekommen!», ruft er laut und lacht. «Ich freue mich so! Er heisst Johannes, Gott ist gnädig. So heisst unser Sohn!»
Schreiben auf Tontafeln war richtig praktisch: Diese ____ sind gut haltbar und gehen bei Wind und Wetter nicht so leicht kaputt wie ____ .
Auf dem getrockneten Ton bleibt die ____ sichtbar. Darum können wir sie auch heute noch ____.
Text: Moni Egger
Illustration: Melanie Grauer
jumi Kindermagazin – Religion und Kultur für Kinder, 12.04.2026
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