Ein bis zwei Mal jährlich werden Schafe geschoren. Je nach Rasse gibt es pro Tier zwei bis zehn Kilo Wolle. Diese bringen Schafhalter aus der Schweiz nach Huttwil. Dort wird die Wolle nach Farbe, Feinheit, Haarlänge sortiert.
Auf dem Spycherhof in Huttwil
leben Jakobschafe, Spiegelschafe,
Walliser Landschafe, Skudden
Schafe oder Merinoschafe, auch
Mohair- und Kaschmirziegen:
Am 19. Oktober werden alle geschoren.
Danach kann man zuschauen,
wie die Wollarten verarbeitet werden.
Infos --> Spycherhof
Frisch geschorene Schafswolle riecht nach Natur. Manchmal ist noch ein Strohhalm oder ein trockenes Blümchen drinnen. Wolle kann bis 35 % Feuchtigkeit aufnehmen. Vor dem Waschen kommt sie ins Wasserbad. Danach wird sie bis zu drei Mal gewaschen, gespült und trocken geschleudert.
Die flockige Wolle wird kardiert respektive gekämmt: Über kurze Metallnadeln auf langen Rollen gezogen, entsteht ein Flor, mit der Zeit ein Vlies. Vorbild der Kardiermaschinen sind Distelblumen.
Wolle kann verschiedenste Farben annehmen. Gefärbt wird sie vor dem Kardieren oder Spinnen, heiss oder kalt, mit synthetischen oder pflanzlichen Mitteln. Die Verkaufszone in Huttwil ist wie ein begehbarer Farbkasten: Alle Woll-, Filz-, Garn- und Seidenarten locken in unterschiedlichsten
Tönen.
Am Spinnrad werden kardierte Fasern zu einem langen Faden gedreht. Werden zwei fertige Fäden danach zusammengesponnen, heisst das zwirnen.
Mit Fäden kann man stricken und häkeln. Mit Filz lassen sich Sachen basteln. Aus dem Naturmaterial werden Textilien gewoben, Duvet- und Matratzeninhalte bereitet. Sogar Häuser können mit Wolle kalt und warm isoliert werden.
Text und Fotos: Edith Arnold
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