Der Zaun mit seinen scharfen Stacheln führte bald auf der ganzen Welt zu Ungerechtigkeiten:
Viehzüchter in Amerika zäunten riesige Weiden für ihre Herden ein. Oft war das illegal, aber irgendwann gehörte ihnen dieses Land trotzdem. Reiche weisse Farmer in Südafrika sperrten mit Zäunen die einheimische Bevölkerung aus und raubten so ihr Land. Ausserdem konnten wildlebende Tiere wegen den Zäunen nicht mehr herumziehen, sie verhungerten oder verletzten
sich tödlich. Bald wurde auch bemerkt, wie praktisch diese Drähte im Krieg sind. Ganze Mauern aus Draht wurden ab jetzt eingesetzt, die mit scharfen Spitzen und Stacheln bestückt sind.
Kein Gefangener, kein Unbefugter, kein Mensch kann unverletzt eine solche Stacheldraht-Sperre überwinden. Heute weiss man, wie gefährlich Stacheldraht für Menschen und Tiere ist. In der Schweiz und vielen anderen Ländern darf Stacheldraht aus Tierschutz-Gründen nicht mehr benutzt werden. Und was ist mit dem Menschen-Schutz? Da sieht es leider schlecht aus! An vielen
Grenzen werden Flüchtlinge mit Zäunen ausgegrenzt. Diese heissen nicht mehr Stacheldraht, sondern Nato-Draht. Und statt mit Stacheln ist der Draht mit scharfen Klingen bestückt.
Text: Christine Weber
jumi Kindermagazin – Religion und Kultur für Kinder, 12.04.2023
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